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Vom 26. bis 29. März kamen in Porto Alegre rund 4.000 Menschen zu einer großen internationalen Konferenz gegen den weltweit erstarkenden Faschismus und gegen Imperialismus zusammen [1].Christian Zeller argumentiert, dass der Inhalt und die Resultate dieser Konferenz nicht reichen, eine umfassende antifaschistische und imperialistische Front aufzubauen. Hierzu ist sind unabdingbare politische Klärungsprozesse in die Wege zu leiten.
Der Eröffnungsmarsch zog etwa 7.000 Menschen an und erinnerte an die früheren Mobilisierungen der globalisierungskritischen Bewegung und des Weltsozialforums. Es gab 11 thematische Podiumsdiskussionen, ein Forum mit Regierungsvertreter:innen und Parlamentarier:innen sowie 150 selbstorganisierte Aktivitäten. Die Teilnehmer:innen und Vertreter:innen von Organisationen kamen aus rund 40 Ländern zusammen.
Die Konferenz kam durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Kräfte zustande: der Partei für Sozialismus und Freiheit (PSOL) in Rio Grande do Sul und der Arbeiterpartei (PT) in Porto Alegre, der Kommunistischen Partei Brasiliens (PCdoB), der Landlosenbewegung (MST), der NGO Andes, der Lauro-Campos- und Marielle-Franco-Stiftung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Bewegung der Sozialistischen Linken (MES, einer Strömung innerhalb der PSOL und seit 2025 Mitglied der Vierten Internationale) [2]. Das Komitee zur Abschaffung illegitimer Schulden (CADTM) stellte internationale Verbindungen her [3]. Ein Aufruf zu einer internationalen antifaschistischen Front unterstützte die Mobilisierung zur Konferenz [4].
An der Konferenz nahmen wichtige Organisationen aus ganz Lateinamerika teil, aber auch aus vielen anderen Ländern der Welt, darunter die Democratic Socialists of America, France Insoumise (auch Parlamentarier:innen), NPA-A (Neue Antikapitalistische Partei), Attac, Abgeordnete der Arbeiter:innenpartei der Türkei; eine Delegation von fast 200 Personen aus Argentinien (vor allem des Movimiento Socialista de los Trabajadores MST), Genoss:innen aus Südafrika sowie von der Socialist Alliance und Green Left aus Australien.
Diese 1. Internationale Antifaschistische Konferenz war ein wichtiges Ereignis [5]. Die Organisator:innen wollen der vorherrschenden Lähmung der Linken entgegenwirken. Sie regen dazu an, weitere antifaschistische Konferenzen zu organisieren, beispielsweise in Argentinien, Europa und Nordamerika. Allerdings offenbaren die Berichte von Teilnehmer:innen dieser Konferenz, der Aufruf zur Bildung einer internationalen antifaschistischen Front [6] und die Abschlusserklärung dieser Konferenz [7], dass das in Porto Alegre geschaffene Fundament nicht tragfähig ist, um den antifaschistischen Widerstand wirklich global zu stärken und zusammenzubringen. Der einladende Aufruf beschränkt sich darauf, den erstarkenden Autoritarismus und Faschismus in Nord- und Südamerika und Europa und Israels Genozid an der palästinensischen Bevölkerung anzuprangern. Das faschistische Putin-Regime,[8] das nicht nur täglich die ukrainische Bevölkerung angreift, sondern seit vielen Jahren rechtsextreme Bewegungen in Europa und weltweit unterstützt und sich auf eine extreme Repression und Fragmentierung der eigenen Bevölkerung stützt, wird nicht einmal erwähnt. Die Abschlusserklärung bekräftigt und verstärkt diesen Kurs trotz Kritik und kontroverser Diskussionen. Sie listet konkret mehrere imperialistische Kriege und Aggressionen auf, benennt aber geradezu auffällig weder Russlands Krieg noch den ukrainischen Widerstand.
Diese Lücke haben die Organisator:innen bewusst gesetzt. Éric Toussaint, der Sprecher des CADTM, erklärte in einem Bilanztext: „Hätten wir die imperialistische Aggression Russlands gegen die Ukraine erwähnt, wäre es offensichtlich, dass ein großer Teil der linken Kräfte in Lateinamerika und Nordamerika sowie bestimmte linke Kräfte in Europa und Asien sich geweigert hätten, zu unterzeichnen.“ [9] Die Organisator:innen zogen es also bewusst und offen erklärt vor, eher die Partner:innenschaft mit reaktionären Stalinist:innen und Campist:innen wie Vijay Prashad zu pflegen als die Einheit mit den Menschen suchen, die vom russischen oder chinesischen Imperialismus oder der Diktatur im Iran bedroht werden. Das mag aus der Erfahrung in Lateinamerika noch verständlich sein, ist in einer weltweiten Perspektive aber falsch, zynisch und kurzsichtig.
Bezeichnend für die politische Beschränktheit und Einseitigkeit der Konferenz ist, dass die Vertreter:innen ukrainischer Organisationen – der sozialistischen Organisation Sozialnyi Ruch, des Gewerkschaftsbundes FPU und der Gewerkschaft der Selbständigen und migrantischen Arbeiter:innen – sowie die russischen Sozialist:innen im Exil nicht an den zentralen Plenumsveranstaltungen sprechen durften. Die Organisator:innen der Konferenz ließen mit Hossein Khaliloo vom Iman Al Mahdi Dialogue Center jedoch einen inoffiziellen Vertreter des iranischen Regimes in Brasilien an einer prominenten Plenumsveranstaltung mit Leitungsmitgliedern der PT, PCdoB und PSOL seine Rechtfertigungen erzählen [10]. Das ist inakzeptabel.
Dank der Unterstützung des MES, der Vierten Internationale, der LIS-ISL und des Europäischen Netzwerks für Solidarität mit der Ukraine (ENSU/RESU) fanden gut besuchte selbstorganisierte Forumsveranstaltungen mit den ukrainischen und russischen Genoss:innen statt. Das ENSU/RESU verteilte mit der Einladung zur Veranstaltung mit der ukrainischen Delegation eine Stellungnahme an Teilnehmer:innen der Konferenz, die erklärte, warum die doppelte Solidarität mit dem ukrainischen Widerstand gegen die russischen Besatzungstruppen und den Kämpfen der Lohnabhängigen gegen die neoliberale Selenskyi-Regierung wichtig ist [11]. Selbstverständlich war es sinnvoll, dass die kleinen Delegationen ukrainischer und russischer Sozialist:innen an der Konferenz teilnahmen, ihre Anliegen vor breitem Publikum einbringen und wichtige Kontakte knüpfen konnten. Ihre Berichte zeigen, wie wichtig es ist, überall und ständig die Auseinandersetzung mit campistischen Strömungen aufzunehmen und kompromisslos zu führen [12]. Mit diesen Interventionen demonstrierten die genannten Kräfte, dass es auch einen umfassenden Antifaschismus und Antiimperialismus gibt.
Die Zusammensetzung und die dominierende inhaltliche Grundlage der Konferenz zeigen allerdings, dass die im Vorfeld der Konferenz geäußerten kritischen Stimmen berechtigt waren. Die Gauche Anticapitaliste in Belgien benannte in einer kurzen Stellungnahme die problematischen Aspekte der Konferenz, denen ich mich anschließe [13]. Auch die US Organisation Solidarity und die französische Gruppe „Arguments pour la lutte sociale“ äußerten sich kritisch. Mit ähnlichen wie den hier vorgetragenen Argumenten erklärte die Union syndicale Solidaires (Union der Basisgewerkschaften) in Frankreich, warum sie an der Konferenz nicht teilnahm und an Konferenzen dieser Ausrichtung auch in Zukunft nicht teilnehmen werde [14].
Die Abschlusserklärung der Konferenz offenbart, dass diese Konferenz auf einen bloß selektiven Antifaschismus und Antiimperialismus zielt, obwohl sie allgemein die Gegner:innenschaft zu allen Imperialismen betont und das Selbstbestimmungsrecht aller Völker einfordert. Ich werfe anhand dieser Abschlusserklärung drei wesentliche strategische Fragen auf, die über die unmittelbaren Ergebnisse der Konferenz hinausgehen und vor allem in Europa und wahrscheinlich auch in etlichen Gebieten in Asien entscheidend sind, um eine umfassende kontinentale Einheitsfront gegen den erstarkenden Autoritarismus und Faschismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungen aufzubauen.
- Die Abschlusserklärung brandmarkt zurecht die USA und die NATO als imperialistisch und stellt sich bei mehreren Kriegen und Konflikten auf die Seite der widerständigen Unterdrückten. Selbstverständlich ist es richtig, den Widerstand gegen den zunehmend autoritären US-Imperialismus und die heuchlerischen europäischen Regierungen, die den Genozid und den Alltagsterror des Staates Israel gegen die palästinensische Bevölkerung mittragen, aufzubauen. Sowohl die Einladung zur Konferenz als auch die Abschlusserklärung bekräftigen aber eine geopolitische Sichtweise, die die Welt in Lager einteilt (Campismus) und sich einseitig auf den Widerstand gegen den US-Imperialismus und seine Verbündeten ausrichtet. Sie greifen weder den Verteidigungskampf der Ukraine auf, noch stellen sie sich gegen den russischen Imperialismus. Sowohl der Aufruf wie die Schlusserklärung gehen in keiner Weise darauf ein, dass die Trump Administration eine strategische Allianz mit dem Putin-Regime sucht und dieses wiederum in Trump einen ideologischen Partner erkennt. Russland und die Ukraine werden in den Dokumenten bewusst nicht erwähnt. In derselben Logik verschweigen die Erklärungen auch die demokratische Opposition im Iran.
Die Abschlusserklärung stellt sich immerhin, allerdings unverbindlich, gegen „alle Imperialismen“. Was wiederum die PC do Brasil, die nur gegen den US-Imperialismus ist, zu einer kritischen Stellungnahme veranlasste. Auch die Bekräftigung des Selbstbestimmungsrechts für alle Völker bleibt eine leere Hülse, wenn beispielsweise die Ukraine und Taiwan nicht genannt werden, hingegen eine lange Liste von Kämpfen gegen den US-Imperialismus angeführt wird. Eine internationale antifaschistische und antiimperialistische Front auf dieser Grundlage ist unmöglich. Wie können wir Vertreter:innen der von Russland bedrohten und unterdrückten Gesellschaften und Nationalitäten für eine derartige Front gewinnen? Wie können wir die revoltierenden Menschen im Iran gewinnen, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass große Teile der internationalen Linken die Diktatur als legitimen Ansprechpartner betrachten? Wie soll es möglich sein, weite Teile der taiwanischen Bevölkerung, die ihren unabhängigen Staat bewahren will, ansprechen, wenn man nicht die imperialistischen Interessen Chinas benennt? Wie können wir muslimische Bevölkerungen in Zentralasien gewinnen, wenn Linke die Repression durch den chinesischen Staat gegen die uigurische Bevölkerung leugnen oder sogar rechtfertigen? Selbstverständlich ist es richtig, sich für die Niederlage der USA und Israels im Krieg gegen Iran auszusprechen. Aber ebenso richtig ist es, sich in Solidarität mit dem ukrainischen Widerstand für die Niederlage Russlands einzusetzen. - Die Abschlusserklärung äußert nicht die geringste Kritik an den populistischen, sogenannt progressiven Regierungen in Lateinamerika. Aus diesem Grund hat sich der kämpferische Gewerkschaftsbund CSP-Conlutas (Central Sindical e Popular) an der Konferenz nicht beteiligt. Die Liga Internacional Socialista und der MST Argentinien äußerten eine ähnliche Kritik [15]. Die Lula-Regierung will Brasilien erklärtermaßen zu einer globalen Ölsupermacht entwickeln. Sie weitet entschlossen die Ölexploration und -förderung aus und treibt systematisch die Plünderung der Natur voran. Ihre Strategie beruht auf einem Bündnis mit wesentlichen Sektoren des Kapitals auf Kosten der Rechte und Teilhabe der Lohnabhängigen, Armen und Indigenen. Venezuela hat sich längst vor dem von den USA durchgeführten Putsch gegen Maduro zu einem repressiven Regime entwickelt, das die Interessen der Lohnabhängigen und Bäuer:innen mit Füssen tritt. Die vormalige peronistische Regierung in Argentinien bereitete mit ihrer antisozialen Politik den Boden für den Sieg des Reaktionärs Milei. Eine breite und demokratische antifaschistische Bewegung kann sich nur in kompletter Unabhängigkeit von diesen bloß scheinbar progressiven – aber mit zentralen Sektoren des Kapitals verbundenen – Regierungen, entwickeln. Sie muss kompromisslos von den sozialen, politischen und ökologischen Klasseninteressen der Armen, Bäuer:innen und Lohnabhängigen ausgehen.
- Geradezu tragisch und absolut unverzeihlich ist, dass die Abschlusserklärung die besondere Bedrohung durch die globale Erhitzung und das Kapital der fossilen Brennstoffe nicht erwähnt. Das ist kein Zufall. Die PT-Regierung Brasiliens ist selbst aufs engste mit dem fossilen Kapital des Konzern Petrobras verbunden und treibt den fossilen Entwicklungspfad mit großer Entschlossenheit voran [16]. Die Regierung Venezuelas konnte sich nur durch die Kontrolle- und Verteilung der Ölrente an der Macht halten. Die Abschlusserklärung spricht allgemein und unverbindlich von Ökozid, ohne eine Abkehr von fossilen Energieträgern zu fordern. Ein Ausstieg aus den fossilen Energieträgern würde die kapitalistischen Entwicklungsperspektiven der sogenannt progressiven Regierungen verunmöglichen und könnte nicht ohne Entmachtung des Kapitals in die Wege geleitet werden. Die Abschlusserklärung verliert auch kein Wort darüber, dass repressive Strategien der ungleichen, selektiven Anpassung an die Erderhitzung ein zentrales Merkmal des neuen Faschismus sind [17]. Die Abschottung gegenüber den Konsequenzen der Erderhitzung ist ein zentrales Moment des neuen Autoritarismus und Faschismus. In ökologischer Hinsicht ist die Abschlusserklärung nicht besser als die unverbindlichen Erklärungen der COP-Klimakonferenzen, die nur noch den fossilen Backlash orchestrieren. Das ist äußerst dürftig und offenbart, dass sich der fossile Backlash auch durch die Linke frisst. Der durch die Erklärung aufgegriffene Begriff „ökosozialistisch“ verkommt zu einer leeren Floskel.
Nun ist klar, dass die politischen Verhältnisse in Lateinamerika sich von jenen in Nordamerika, Europa und Asien und anderswo unterscheiden. Aus der historischen und alltäglichen Erfahrung mit dem US-Imperialismus und seiner jahrzehntelangen Unterstützung reaktionärer Diktaturen, ist es naheliegend, dass nicht nur linke Organisationen, sondern breite Teile der Bevölkerung in Lateinamerika in den USA ihren Hauptfeind sehen. Aber ebenso offensichtlich ist es, dass weite Teile der Bevölkerungen in Osteuropa und in einigen Gebieten Zentralasiens Russland als langjährige Bedrohung erleben. Die uigurischen Menschen in Xinjiang werden vom chinesischen Staat unterdrückt und die Menschen in Taiwan leben unter der Bedrohung, dass die Volksrepublik ihre Insel und Gesellschaft einverleiben will.
Die Abschlusserklärung der Konferenz vernebelt also bewusst die Herausforderungen. Ich argumentiere nicht, dass es falsch war, an dieser Konferenz teilzunehmen. Hingegen wäre es denkbar gewesen, durch eine alternative Schlusserklärung – auch wenn diese minderheitlich geblieben wäre – die internationale Diskussion über die anstehenden Herausforderungen zu schärfen. Damit wäre auch bereits eine Grundlage für kommende Anlässe und Kooperationen geschaffen worden, die jene Kräfte zusammenbringen würden, die eine umfassende antifaschistische und antiimperialistische Bewegung aufbauen wollen.
Solange die Linke nicht in der Lage ist, prinzipiell von den Interessen der Unterdrückten und Ausgebeuteten auszugehen, und zwar unabhängig von der geopolitischen Blockbildung und sich wandelnden Konstellationen, wird sie nicht in der Lage sein, eine international tragfähige Alternative zum aufkommenden Autoritarismus und Faschismus aufzubauen.
Wie soll man eine breite antifaschistische Einheitsfront aufbauen, wenn nicht einmal klar ist, gegen wen sich diese Front richtet? Wer sind die Feind:innen? Soll sich die aufzubauende breite antifaschistische Front ausschließlich gegen den die autoritären Entwicklungen und faschistische Kräfte in Nord- und Südamerika, in Europa sowie gegen den US-Imperialismus, Israel und ihre europäischen und ozeanischen imperialistischen Verbündeten richten oder ebenso gegen das faschistische Russland, das seit vielen Jahren reaktionären Bewegungen in Europa anderswo unter die Arme greift?
Eine internationale antifaschistische Einheitsfront ist unmöglich, sofern nicht klar ist, gegen wen sich diese richten soll. Grundsätzlicher gedacht, stellt sich die Frage, ob es strategisch und taktisch sinnvoll ist, die Zusammenarbeit mit Kräften zu suchen, die offensichtlich eine völlig andere Einschätzung von Bündnispartner:innen und Gegner:innen sowie eine grundlegend andere Vorstellung der gewünschten gesellschaftlichen Organisation haben. Selbstverständlich kann es richtig sein, in gewissen Momenten taktische Bündnisse mit sehr unterschiedlichen Kräften wie Sozialdemokrat:innen, Grünen, Liberalen und Konservativen oder eben campistischen Linken einzugehen, doch der Aufbau einer strategischen Einheitsfront setzt das Einverständnis in einigen zentralen Fragen voraus – zunächst natürlich darüber, wer überhaupt die Gegner:innen und Partner:innen sind. Eine strategische Einheit mit Stalinist:innen und Campist:innen ist unmöglich. Im Gegenteil, wichtig ist der Aufbau einer alternativen Kraft, die mit diesen reaktionären Komponenten in der sich zunehmend zersetzenden Linken bricht.
Ausdrücklich begrüße ich das Vorhaben, regionale oder kontinentale antifaschistische Konferenzen zu organisieren. Diese würden helfen, den in vielen Ländern bestehenden Tendenz entgegenzuwirken, die Faschisierung als nationales Phänomen zu unterschätzen. In Europa müsste eine solche Konferenz offensiv die Vision eines sozialen und ökologischen Kontinents sowohl jenseits als auch gegen die EU und gegen die nationalen Imperialismen auf die Tagesordnung bringen [18]. Nur wenn es gelingt, umfassende soziale, ökologische und militärische Sicherheit in globaler Solidarität in praktischen Kämpfen miteinander zu verbinden, werden wir eine Chance haben, der Faschisierung sowie den inneren und äußeren faschistischen Bedrohungen eine Alternative des „guten Lebens“ entgegenzusetzen [19].
Diese Konferenzen sollten von Kräften getragen werden, die erstens Widerstand gegen alle Imperialismen und Faschismen leisten wollen; zweitens sich komplett unabhängig von populistischen und nationalistischen Regierungen (die manchmal progressiv genannt werden) und bürgerlichen Kräften organisieren; und drittens den Widerstand gegen das fossile Kapital und die Erderhitzung sowie die von den Regierungen vorangetriebene ungleiche selektive Anpassung an die Erderhitzung und ihre Katastrophen zu einer zentralen Achse ihrer Aktivität machen. Auf dieser Grundlage sollten wir eine möglichst breite Einheit erarbeiten, die auch Kräfte einschließt, die bisher noch nicht erreicht wurden.
Referenzen
Bildquelle: Elastizitätsgrenzen versus Schnittmengen. Foto von Michael Walter auf Unsplash
[1] Call for Participation https://antifas2026.org/en/call/
[2] Manuel Rodriguez Banchs, Penelope Duggan, Israel Dutra, Antoine Larrache, João Machado, Reymund de Silva and Eric Toussaint: The Anti-Fascist and Anti-Imperialist Conference in Porto Alegre: Great achievements, challenges and opportunities. 4 April 2026 https://fourth.international/en/latin-america/760; Israel Dutra: First International Anti-Fascist Conference: A political victory. LINKS, 5 April 2026. https://links.org.au/first-international-anti-fascist-conference-political-victory
[3] Entretien avec Eric Toussaint : Contretemps 17 avril 2026 https://www.contretemps.eu/porto-alegre-2026-une-convergence-antifasciste-et-anti-imperialiste-entre-succes-inedit-et-obstacles-majeurs/
[4] International call to strengthen antifascist and anti-imperialist action. LINKS, 21 January 2026. https://links.org.au/statement-international-call-strengthen-antifascist-and-anti-imperialist-action
[5] Declaration of the Fourth International: Against Neo-Fascist Authoritarianism and All Forms of Imperialism. https://fourth.international/en/755
[6] Siehe Fußnote 4.
[7] Porto Alegre Declaration: Unity against Fascism and for the sovereignty of peoples. March 29, 2026 https://antifas2026.org/en/porto-alegre-declaration-unity-against-fascism-and-for-the-sovereignty-of-peoples/
[8] Budraitskis, Ilya (2022): Putinismus: Eine neue Form von Faschismus. emanzipation 6 (2), S. 73–93. https://emanzipation.org/2022/11/putinismus-eine-neue-form-von-faschismus/; Budraitskis, Ilya (2023): Dieses Regime lässt sich nicht weiterentwickeln. emanzipation – Zeitschrift für ökosozialistische Strategie 17. Mai 2023. https://emanzipation.org/2023/05/dieses-regime-laesst-sich-nicht-weiterentwickeln/.
[9] Éric Toussaint: Porto Alegre 2026: an anti-fascist and anti-imperialist convergence, between unprecedented success and major obstacles. CADTM, 10 April 2026 https://www.cadtm.org/Porto-Alegre-2026-an-anti-fascist-and-anti-imperialist-convergence-between-unprecedented-success-and-major-obstacles; Éric Toussaint: Porto Alegre 2026 : une convergence antifasciste et anti-impérialiste entre succès inédit et obstacles majeurs. CADTM, 8 avril 2026 ; https://www.cadtm.org/Porto-Alegre-2026-une-convergence-antifasciste-et-anti-imperialiste-entre
[10] Program of the 1st international anti-fascist conference for the sovereignty of peoples. March 26–29, 2026 – Porto Alegre, Brazil https://antifas2026.org/en/program/
[11] ENSU/RESU: Antifascism must fight all tyrannies, 28 March 2026 https://drive.google.com/file/d/1swk_obzKysI8_9CmTDaCZoCgEcvmdyUd/view?pli=1
[12] Oleksandr Kyselov: Instagram post. 1 April 2026. https://www.instagram.com/p/DWmUuk_jlaf/?igsh=MXNtdXpzOGQ0ZGJ0OA%3D%3D; Alfons Bech: Notes on the First International Antifascist Conference of Porto Alegre A Step Forward for Anti-Campist Solidarity with Ukraine. 3 April 2026 https://europe-solidaire.org/spip.php?article78468
[13] Quel internationalisme pour lutter contre le fascisme ? 27 mars 2026 https://www.gaucheanticapitaliste.org/dossier-quel-internationalisme-pour-lutter-contre-le-fascisme/
[14] Ivan Drury Zarin: Three general characteristics of the new era of fascism. March 28, 2026 https://solidarity-us.org/three-general-characteristics-of-the-new-era-of-fascism/;
Porto Alegre : sur un bilan d’autosatisfaction et ses « limites » 7 avril 2026. https://aplutsoc.org/2026/04/07/porto-alegre-sur-un-bilan-dautosatisfaction-et-ses-limites/; Union syndicale Solidaires (France): The European/International Network of Solidarity with Ukraine and its outreach to Latin America. 20 April 2026.
[15] International Socialist League: Porto Alegre Antifascist Conference. Conclusions and perspective. 6 April 2026 https://lis-isl.org/en/2026/04/porto-alegre-antifascist-conference-conclusions-and-perspective/
[16] Stott, Michael ; Pooler, Michael und Daniels, Joe (2025): Why Latin America can’t quit oil. Financial Times, November 6. https://www.ft.com/content/f85a5c80-6a06-4883-b784-223af5467f36; Mooney, Attracta; Mychasuk, Emiliya und Pooler, Michael (2025): Brazil’s UN climate summit chief defends Petrobras oil expansion. Financial Times, July 4. https://www.ft.com/content/4b8caca7-265d-4f34-ab6b-3a391520e6a2; Pooler, Michael: Petrobras aims to transform Brazil into global energy power. South American nation set to join world’s top crude producers by end of decade. Financial Times Weeke.nd, November 19, 2023. https://www.ft.com/content/76a1ccb0-8534-4513-8fb5-5eb5e07773bd
[17] Zeller, Christian (2026): Zur Barbarei? Klima, Krieg und ökosozialistische Dilemmata der Sicherheit. emanzipation – Zeitschrift für ökosozialistische Strategie 10 (1), S. 129-160.
[18] Zeller, Christian (2024): Eine kontinentale Gegenmacht gegen das fossile Kapital aufbauen. emanzipation – Zeitschrift für ökosozialistische Strategie 8 (2) 9. Oktober 2024, S. 197-226; Samary, Catherine und Zeller, Christian (2025): Europäische Strategien: von den konkreten Erfahrungen ausgehen. emanzipation – Zeitschrift für ökosozialistische Strategie 8 (2), S. 227–246.
[19] Zeller, Christian (2026): Ökosozialistische Strategie der sozialen, ökologischen und militärischen Sicherheit. emanzipation – Zeitschrift für ökosozialistische Strategie 10 (1), S. 190–203.
