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Die Menschlichkeit verteidigen – Der Widerstand von Kobanê geht unvermindert weiter

Pressemitteilung von Civaka Azad, 27.09.2014

Der Widerstand um Kobanê hält weiterhin den Angriffen des Islamischen Staates (IS) stand. Doch besonders Positives ist von dort nicht zu berichten, denn vor allem an der Südfront dringen die Kämpfer des IS weiterhin in Richtung Stadtzentrum vor. Dort finden derzeit die schwersten Auseinandersetzungen statt. Auch an den beiden weiteren Fronten im Osten und Westen gehen die Kämpfe weiter. Dort konnten die YPG (Volksverteidigungseinheiten) und die YPJ (Frauenverteidigungseinheiten) bisher die strategisch wichtigen Anhöhen vor der Stadt unter ihrer Kontrolle halten. Viele haben befürchtet, dass Kobanê in der Nacht von gestern auf heute hätte fallen könne; auch wenn das nicht geschehen ist, gibt es kein Grund zum Aufatmen. Die Bedrohungslage bleibt unverändert ernst.

Der Kampf um Kobanê hält also auch am zwölften Tagen unvermittelt an. Die YPG erklärten heute (27.09.), dass der IS die größten Teile seiner bewaffneten Kräfte aus dem Irak und aus Syrien für diesen Angriff auf Kobanê zusammengezogen habe. In abgehörten IS-Funkgesprächen soll immer wieder vom „finalen Angriff“ auf Ain al-Arab, so der arabische Name der Stadt Kobanê, gesprochen worden zu sein. Zuvor scheiterte der IS bereits zweimal bei ihren Versuchen die Stadt einzunehmen. Doch das Ausmaß der aktuellen Angriffe überschattet alle bisherigen Versuche. Auf Youtube-Videos prahlt der IS mit den schweren Waffen, die dieses Mal beim Sturm auf Kobanê eingesetzt werden.

YPJ: Widerstand bis zur letzten Frau

Auch die Frauenverteidigungseinheiten der YPJ meldeten sich heute zu Wort und erklärten, dass sie ihren Kampf gegen den IS bis zur letzten Frau fortsetzen werden. „Wir haben alle Vorkehrungen getroffen, um die Einnahme Kobanês durch den IS zu unterbinden. Doch sollte es ihnen dennoch gelingen, in die Stadt einzudringen, so werden wir ihnen dort das Leben zur Hölle machen“, heißt es in der Erklärung der bewaffneten Frauenbewegung.

Eine Kommandantin der YPJ gab auch Auskunft über die Luftangriffe der US-Armee auf vermeintliche IS-Stellungen in Syrien. Demnach kreisen seit heute Morgen zwar Kampfflugzeuge der USA über das umkämpfte Gebiet. Doch seien keinerlei Positionen des IS um die Stadt Kobanê bislang angegriffen worden.

KCK: Die Kurden zweifeln an der Aufrichtigkeit der Anti-IS Koalition

Kritisch beäugt auch die Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans KCK, die zuvor alle Kurdinnen und Kurden dazu aufgefordert hatte, aktiv am Widerstand von Kobanê teilzunehmen, die Rolle der internationalen Staatengemeinschaft bei den aktuellen Angriffen. In ihrer heute veröffentlichten Stellungnahme kritisiert sie, dass bislang bei den Luftangriffen auf IS-Stellungen in Syrien ein Bogen um die Positionen der Dschihadisten um Kobanê gemacht werde. „Dies führt dazu, dass die Kurdinnen und Kurden an der Aufrichtigkeit dieser Staaten zweifeln. Wenn sie, wie so oft geschehen, abwarten wollen, bis die Bevölkerung der Stadt massakriert wird, um dann dies als Legitimation für eine Intervention zu nutzen und sich als vermeintlichen Befreier aufzuspielen, so werden das weder die Kurden noch sonst irgendwer akzeptieren“, heißt es in ihrem Statement.

Mittäterschaft der Türkei offensichtlich

Auch auf die Rolle der Türkei beim aktuellen Angriff auf Kobanê geht die KCK in ihrer Erklärung ein und unterstreicht nochmals, dass die Mittäterschaft der AKP-Regierung bei den aktuellen Angriffen nicht von der Hand zu weisen ist. „Der türkische Staat behauptet einerseits Teil einer Anti-IS-Koalition zu sein, andererseits schießen ihre Soldaten an der Grenze immer wieder auf Mitglieder der YPG. Zuletzt haben sie sogar das Feuer auf die Zivilbevölkerung jenseits ihrer Grenze eröffnet und so einen jungen Menschen getötet und zwei weitere Personen verletzt. Damit hat der türkische Staat erneut seine Mittäterschaft unter Beweis gestellt. Mit ihrer gegenwärtigen Rolle bei den Angriffen auf Kobanê hat der türkische Staat eigentlich allen Kurdinnen und Kurden den Krieg erklärt“, so die KCK.

In der Erklärung aus Kandil heißt es auch, dass im Falle des Sturzes von Kobanê und einer darauffolgenden Tragödie für die dort lebenden Menschen, hierfür vor allem die Türkei, aber auch die USA, Europa und alle anderen Staaten, die Teil der Anti-IS-Koalition sind, mitverantwortlich sein werden.

Civaka Azad

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